Deutschlands AfD gewinnt an Dynamik trotz politischer Isolation

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat seit ihrer Gründung 2013 die politische Landschaft verändert. Ursprünglich auf den Widerstand gegen den Euro fokussiert, verlagerte die Partei nach der Flüchtlingskrise 2015 ihren Schwerpunkt. Heute zieht sie Wähler*innen an, die über die Einwanderungspolitik, kulturellen Wandel und eine aus ihrer Sicht entfernte politische Klasse frustriert sind. Bei der Bundestagswahl 2024 wurde die AfD mit 28,6 Prozent zweitstärkste Kraft – ihr bislang bestes Ergebnis.

Kein Platz am Tisch

Trotz wachsender Zustimmung spielt die AfD auf Bundesebene keine Regierungsrolle. Grund ist die gemeinsame Absprache der etablierten Parteien, nicht mit ihr zusammenzuarbeiten. Diese „Brandmauer“ hält bislang auf allen Ebenen und hält die AfD aus Koalitionen heraus. Das begrenzt zwar ihren Einfluss im Parlament, bremst ihren Aufstieg in Umfragen jedoch kaum.

Tiefe Kluft zwischen Ost und West

Ihre stärkste Basis hat die AfD im Osten des Landes, wo sich viele nach der Wiedervereinigung abgehängt fühlen. In Sachsen, Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern erreicht die Partei regelmäßig über 25 Prozent. Im Westen liegt die Unterstützung deutlich niedriger. Der Unterschied zeigt, wie sehr regionale Geschichte und Alltagserfahrungen politische Einstellungen prägen.

Steigender Druck und juristische Aufmerksamkeit

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen Teile der AfD kritisch. 2021 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz Bestandteile der Partei als extremistisch ein und darf sie seither enger überwachen. Die AfD klagt dagegen. Während sie jede Verfehlung bestreitet, verbreitet sie weiter Botschaften, die viele als spaltend empfinden.

Blick auf die nächste Wahl

Auch außerhalb Deutschlands rückt die AfD stärker in den Fokus und erhält Zuspruch von konservativen Akteur*innen in den USA und Europa. Mit Blick auf die Wahl 2029 will die Partei ihre Basis weiter ausbauen. Ob sich der Rückhalt in echte Macht umsetzen lässt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die AfD ist keine Randerscheinung mehr, sondern Teil der politischen Diskussion.