Antisemitismus an Hochschulen und in den Medien sorgt nach tragischen Morden für Alarm

Der jüngste Mord an zwei Israelis vor einer jüdischen Veranstaltung stieß nicht auf Einigkeit, sondern auf polarisierende Debatten. Was eine allgemeine Verurteilung hätte auslösen sollen, führte stattdessen zu spaltender Rhetorik – gespeist von langjährigen ideologischen Verschiebungen in Hochschulen und Medien. Diese Verschiebungen haben Sichtweisen normalisiert, die Israel als Unterdrücker und sein Volk als Aggressoren darstellen statt als Opfer von Gewalt.

Wie die Wissenschaft das Narrativ geprägt hat

Seit Jahrzehnten befördern akademische Kreise Ideen, die den jüdischen Staat delegitimieren. Edward Said, Professor an der Columbia University, spielte eine entscheidende Rolle dabei, den Zionismus als koloniales Projekt zu rahmen. Seine Tochter Najla Said äußerte sich in öffentlichen Interviews ähnlich und gab zu, sie habe einst Angst gehabt, ihre Abneigung gegen Israel zu offen zu zeigen. Solche Ansichten sind inzwischen in die akademische Mitte eingesickert und prägen seit Generationen die Meinungen von Studierenden.

Die Rolle der Medien bei der Verfestigung von Stereotypen

Parallel zur Wissenschaft spiegeln auch Teile der Medien diese Sichtweisen wider und rücken jüdische Identität und Israel in ein Raster aus Schuld und Macht. Antisemitische Kommentare sind nicht mehr auf Randbereiche beschränkt, sondern werden im öffentlichen Diskurs zunehmend akzeptiert. Jüdischen Tourismus als Gewalt zu bezeichnen oder die jüdische Geschichte im angestammten Land infrage zu stellen, zeigt, wie weit sich das Narrativ von den Fakten entfernt hat.

Progressiver Diskurs als Tarnung für Bigotterie

Antisemitische Ideen werden häufig in die Sprache des Aktivismus gekleidet. Doch dieses Reframing hat einen Preis: Es verwischt die jüdische Indigenität und stellt ein seit Langem verfolgtes Volk als dominante Macht dar. Wird Hass intellektuell salonfähig, gilt Unterstützung für Jüdinnen und Juden oder Israel als verdächtig, während Antisemitismus als akademische Kritik oder politische Analyse umetikettiert wird.

Die Gefahr normalisierten Hasses

Die Hamas-Anschläge vom 7. Oktober, bei denen Zivilist*innen brutal attackiert wurden, haben diesen gefährlichen Trend noch deutlicher gemacht. Statt einer breiten Verurteilung schoben manche Stimmen die Schuld den Opfern zu. Wenn Hass in Hörsälen und Redaktionen Glaubwürdigkeit erhält, ermutigt er zu Gewalt in der realen Welt. Das Ergebnis ist ein frostiges Klima, in dem jüdisches Leben diskutiert, aber nicht verteidigt wird.